Seufzen wirkt oft wie ein Ausdruck von Erleichterung oder Frustration – tatsächlich erfüllt es jedoch eine wichtige Aufgabe für unsere Atemgesundheit. Ein Seufzer ist ein besonders tiefer Atemzug mit verlängerter Ausatmung, der deutlich mehr Luft bewegt als die normale Atmung. Dieser Vorgang läuft größtenteils automatisch ab und wird vom Gehirn regelmäßig ausgelöst, ohne dass wir es bewusst steuern.
Medizinisch betrachtet hilft ein Seufzer, die feine Surfactant-Schicht in den Lungenbläschen neu zu verteilen. Diese Schutzschicht sorgt dafür, dass die Alveolen offen bleiben und stabil funktionieren. Durch regelmäßige tiefe Atemzüge bleibt die Elastizität der Lunge erhalten, der Gasaustausch verbessert sich und die Lungenfunktion bleibt leistungsfähig.
Gerade in stressigen Phasen, in denen viele Menschen flach atmen, oder nach langem Sitzen und Liegen kann ein bewusster tiefer Atemzug entscheidend sein, um die Lunge wieder besser zu belüften. Auch in der medizinischen Therapie – etwa bei Lungenerkrankungen – wird dieser Effekt gezielt genutzt.
Wer seine Lunge unterstützen möchte, profitiert von regelmäßigem tiefem Atmen, Bewegung an der frischen Luft und einer aufrechten Körperhaltung.
Unverzichtbar bleibt der Verzicht auf Rauchen, da Schadstoffe die empfindlichen Lungenstrukturen nachhaltig schädigen. Ein gelegentlicher bewusster Seufzer – oder eine kurze Pranayama‑Atemsequenz – kann somit ein einfacher, aber wirksamer Beitrag zu einer gesunden Atmung und einem langen, vitalen Leben sein.
P.S: Besonders hilfreich können Atemtechniken aus dem Yoga sein: Pranayama‑Übungen fördern langsame, tiefe und kontrollierte Atemzüge, verbessern die Belüftung der Lunge und stärken das vegetative Nervensystem. Viele Menschen berichten dadurch über mehr Ruhe, bessere Atemkapazität und eine insgesamt verbesserte Atemwahrnehmung.
Quelle: Novaes‑Silva, M.C. et al., „How sighing regulates pulmonary surfactant structure and its role in breathing mechanics“, Sci Adv, 11/2025.
